Eneco e-mobility ist die Tochtergesellschaft des Energieunternehmens Eneco, die sich auf das elektrische Laden konzentriert. Das Unternehmen ist in den Niederlanden, Belgien und Luxemburg aktiv und tritt sowohl als Charge Point Operator (CPO) als auch als Mobility Service Provider (MSP) auf: von Beratung und Installation bis hin zu Ladekarten, Abrechnung und intelligentem Energiemanagement. Unter anderem baut das Unternehmen Schnellladesäulen bei großen Einzelhandels- sowie Immobilienpartnern auf und nutzt dafür die ChargePlanner-Plattform von RetailSonar.
Wir haben mit Thom Suurland, Business Developer bei Eneco e-mobility, über datengetriebene Standortentscheidungen, Netzengpässe und die Zusammenarbeit mit RetailSonar gesprochen.
Thom arbeitet seit zwei Jahren bei Eneco e-mobility. Im Team Strategy and Business Transformation konzentriert er sich vor allem auf das externe Wachstum der Organisation: Welche Segmente sind interessant, welcher Go-to-Market-Ansatz und welche neuen Angebote passen dazu, und wie werden diese in konkrete Projekte übersetzt? Eines dieser Angebote nennt Eneco Snelladen zonder Investeren (Schnellladen ohne Investition). Genau hier setzt die Zusammenarbeit mit ChargePlanner an.

Thom Suurland
Business Developer bei Eneco e-mobility
Standortentscheidungen professionalisieren
Der Anstoß für die Zusammenarbeit mit RetailSonar kam aus der Go-to-Market-Strategie von Eneco. "Damals habe ich mir angeschaut, wie wir unsere Standortprognose professionalisieren können", erzählt Thom. "Dabei schauen wir übrigens nicht nur darauf, wo man eine Ladesäule platziert, sondern betrachten auch ganzheitlich, wodurch Verkehrsaufkommen entsteht: Wie sorgt man dafür, dass mehr Besucher zu den Ladesäulen kommen? Denken Sie an die Online-Sichtbarkeit in Google Maps und Apple Maps, aber auch vor Ort: Ist die Beschilderung zum Beispiel von außen gut sichtbar?"
"Früher haben wir uns auf unser Bauchgefühl verlassen. Heute untermauern wir jeden Standort mit Daten."
Mit diesem breiteren Blick machte sich Thom auf die Suche nach einer Software, die dabei helfen konnte. "So bin ich schließlich bei RetailSonar gelandet." Diese Professionalisierung war auch dringend nötig. Bevor Eneco e-mobility mit ChargePlanner arbeitete, beruhte der Ansatz vor allem auf Bauchgefühl. "Man schaute auf Google Maps, auf die Umgebung, auf die Wettbewerber. Damals funktionierte das gut, aber es war ein manueller Prozess, der viel Zeit kostete. Und auch die Wettbewerber haben nicht stillgestanden. Schnelligkeit und Genauigkeit sind heute wichtiger denn je."

Vom einmaligen Check zum festen Bestandteil des Entscheidungsprozesses
Heute nutzt Eneco e-mobility ChargePlanner sowohl für bestehende als auch für neue Kunden. Bei bestehenden Kunden ermittelt das Team, welche neuen Standorte für eine Schnellladesäule interessant sind. Gleichzeitig hilft die Plattform auch dabei, neue Partner zu finden.
"Es ist Pflicht, die ChargePlanner-Daten in die Entscheidungsfindung einzubeziehen."
Bemerkenswert ist, wie tief ChargePlanner inzwischen in der Organisation eingebettet ist. "Wir haben die Nutzung der Plattform wirklich in unseren Prozessen verankert", erklärt Thom. "Wenn ein neuer Standort eröffnet wird und wir überlegen, dort eine Schnellladesäule zu platzieren, ist es Pflicht, die Daten von ChargePlanner in die Entscheidungsfindung einzubeziehen." Außerdem nutzt das Team die Daten aktiv in Ausschreibungsverfahren.

Kreativ bleiben trotz Netzengpässen
Eine der größten Herausforderungen für Eneco e-mobility sind Netzengpässe. "Mittelspannungsanschlüsse sind schnell ausgeschöpft", sagt Thom. "Anträge werden auf 2028 oder 2029 verschoben, die bekommen wir also kaum noch. Niederspannungsanschlüsse gibt es noch, aber auch das wird zunehmend schwieriger."
Deshalb sucht das Team nach kreativen Lösungen. "Wir schauen uns Batterien an: Wie können wir dem Kunden an einem 3x80 kW-Anschluss trotzdem Schnellladen anbieten? Das geht mit einer Ladesäule mit integriertem Batteriespeicher oder mit einer separaten, modularen Batterie, die man zum Beispiel neben eine Schnellladesäule platziert. Aus Innovationssicht schauen wir, wie wir unser Geschäft trotz dieser Einschränkungen weiterführen können. Und das gelingt ziemlich gut."
Ein Blick auf E-Lkw
Neben Einzelhandel und Immobilien blickt Thom auch weiter nach vorn, wenn auch vorsichtig. Eneco hat bereits eine Demo der Truck-Plattform von RetailSonar gesehen. "Das ist wirklich zukunftsorientiert", betont er. Das Interesse kommt nicht von ungefähr. In den Niederlanden verfügt Eneco über eine Reihe von Standorten mit freier Kapazität, oft in Industriegebieten, etwa Biogasanlagen. "Das kann für Logistikpartner interessant sein, die in dieser Umgebung mit einer elektrischen Flotte unterwegs sind, wie DHL oder Coolblue. Wir könnten ihnen dann gegebenenfalls ein wettbewerbsfähiges Angebot machen."
Trotzdem sieht Thom das Tempo des Marktes nüchtern. Während elektrische Pkw inzwischen rund 7 bis 8 Prozent des niederländischen Fahrzeugbestands ausmachen, liegt der elektrische Güterverkehr noch deutlich unter 1 Prozent. "Aber die Großen der Branche elektrifizieren", fügt er hinzu.
Ein Wissenspartner, kein Softwarelieferant
Über die Zusammenarbeit mit dem RetailSonar-Team äußert sich Thom ausgesprochen positiv. "Ich empfinde die Zusammenarbeit als sehr angenehm. Sie fordern uns auch regelmäßig mit den Fragestellungen heraus, an denen wir arbeiten. Deshalb sehe ich das wirklich als strategische Partnerschaft und weniger als Softwarepartner."
"Das ChargePlanner-Team verfügt sowohl über Marktkenntnis als auch über IT-Know-how und das ist für uns sehr wertvoll."
"Die Kollegen, mit denen wir zusammenarbeiten, handeln schnell, sind proaktiv und kennen sowohl den niederländischen als auch den belgischen Markt sowie den EV-Sektor in seiner ganzen Breite. Diese Kombination aus IT-Expertise und Marktkenntnis ist für uns sehr wertvoll."